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Was sind die Pfadfinder und wie sind sie entstanden?
Das Leben des Gründers: Robert Stephenson Smyth Baden Powell
Gründer der Pfadfinderbewegung: Lord Baden Powell Am Anfang der PfadfinderInnen-Geschichte steht ohne Zweifel der Gründer dieser weltweit größten Jugendbewegung, Robert Baden Powell. (Lord of Gillwell und Chief Scout of the World). Noch heute wird dieser Mann von Pfadfinderinnen und Pfadfindern in Anlehnung an die englische Aussprache der Anfangsbuchstaben seines Nachnamens kurz BiPi genannt.
Er wurde am 22. Februar 1857 in London als viertes von sechs Kindern geboren. Mit sieben Jahren verlor er seinen Vater und erlebte bald, was es heißt, sich durchschlagen zu müssen. In der Schule glänzte er nicht als besonders guter Schüler. Ihm war seine Freizeit und seine Freiheit viel wichtiger. Er zeichnete viel, musizierte und spielte gerne Theater.
Am liebsten aber hielt er sich im Freien auf. Auf Streifzügen durch die beengte Wildnis des Londoner Hyde Parks, durch die weitaus abenteuerlichere Grafschaft Kent und auf Seefahrt mit seinen älteren Brüdern spürte BiPi schon sehr früh, dass die Natur dem Menschen viel zu schenken hat, sofern er sich in ihr zurechtfinden kann. Eher zufällig kam BiPi dann zur Ausbildung und späteren Tätigkeit in die englische Armee.
Hier verschaffte er sich bei vielen Reisen und Aufenthalten in fremden Ländern Spezialkenntnisse in den verschiedensten Gebieten. Als Kundschafter lernte er, sich im Gelände stets zurechtzufinden.
Seinen Orientierungssinn und seine Beobachtungsgabe schulte er täglich. Doch BiPi war nicht nur Naturbeobachter. Er war ebenso ein begnadeter Zeichner, ein erstklassiger Reiter und Sportler, ein guter Theaterspieler und Sänger und überhaupt stets zu einem Spaß aufgelegt.
All diese Eigenschaften machten ihn unter seinen Kameraden sehr beliebt.
So wirkte er über dreißig Jahre lang in der englischen Armee mit vielen militärischen Erfolgen. Sein allergrößter Erfolg war ohne Zweifel die erfolgreiche Überwindung der über sechs Monate dauernden Belagerung von Mafeking in Südafrika. In dieser Stadt waren etwa 1000 Menschen eingeschlossen, belagert von einer über 10.000 Mann starken gegnerischen Armee. Mit allen erdenklichen und ungewöhnlichen Mitteln verstand es BiPi, einerseits die Bewohner der Stadt bei Zuversicht zu halten und andererseits den Gegner immer wieder mit Ablenkungsmanövern und Bluff darüber zu täuschen, dass die Verteidiger der Stadt eigentlich in der Minderzahl waren. Hier in Mafeking machte BiPi auch die Erfahrung, dass Jugendliche, richtig angeleitet, unglaubliche Leistungen vollbringen können, wenn man ihnen Vertrauen entgegenbringt und ihnen Verantwortung überlässt.
Diese Erfahrung mit den Jungen von Mafeking und die Tatsache, dass sein, eigentlich für die Ausbildung der Armee geschriebenes, Buch "Hilfen fürs Pfadfinden", in England zu einem beliebten Jugendbuch geworden war, trugen dazu bei, dass Bipi seinen Dienst in der Armee vorzeitig niederlegte. Von nun an wollte er sich ganz dem Aufbau der PfadfinderInnenbewegung widmen.
Eine neue Jugendbewegung entsteht
Baden-Powells Erfahrungen und seine erzieherische Begabung weckten sein Interesse an der Jugend. Je mehr er über die Pfadfinderei als eine Art der Jugenderziehung nachdachte, umso mehr begeisterte er sich dafür. Er sah in der Pfadfinderei den Schlüssel zu einer großen, Frieden verpflichteten Jugendbewegung, einer Gemeinschaft ohne Unterschied von Herkunft, Rasse, Glaube oder Besitz.
Als Gründungsjahr der PfadinderInnenbewegung sehen wir heute das Jahr 1907 an. In diesem Jahr führte BiPi auf "Brownsea Island", einer Insel an der Südküste Englands, mit 26 Jungen aus verschiedenen Bevölkerungsschichten das erste Pfadfinderlager durch. Dieses Lager wurde ein großer Erfolg, der BiPi dazu veranlaßte, die Pfadfinderei weiter zu verbreiten. Dazu schrieb er das Buch "Scouting for Boys".
Dieses begeisterte die englische Jugend vollständig. BiPi hatte den Anstoß für eine neue Bewegung gegeben, die sich rasch weltweit ausbreitete. Dieser Funke zündete nicht nur bei Jungen, sondern natürlich auch bei Mädchen.
Schon 1909 kamen die ersten Mädchengruppen zu Pfadfinder-Veranstaltungen. Die Leitung der Mädchengruppen übernahm zuerst BiPis Schwester Agnes Baden-Powell und ab 1912 seine Frau Olave Baden-Powell (geboren am 22. Februar 1889). BiPi und Olave Baden Powell unternahmen zahllose Reisen, um die PfadfinderInnen-Bewegung in allen Erdteilen zu fördern, das gegenseitige Verständnis unter den Nationen, Kulturen und Religionen zu wecken und Freundschaft und Solidarität zu pflegen.
Am 8. Januar 1941 starb Robert Baden-Powell in seinem Heim in Kenia. Lady Baden-Powell hielt die Verbindung zu den Pfadfinderinnen der ganzen Welt bis zu ihrem Tod 1977 aufrecht. Auch nach BiPis Tod lebte die PfadfinderInnenbewegung weiter und wuchs ständig an. Heute gehören ihr über 24 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in mehr als 150 Ländern an.
